Shop-übergreifende Wunschliste: warum nicht Amazon

Amazon-Wunschlisten sind bequem, funktionieren aber nur mit Amazon-Produkten und werden für Werbezwecke ausgewertet. Wunschzettel.de geht den Mittelweg. Eine eigene Liste lässt sich shop-übergreifend befüllen, vom lokalen Spielzeugladen bis zum unabhängigen Buchhandel.

Lara Brinkmann
Lara BrinkmannFamilien-Redaktion · Geschenke koordinieren & Reservieren
Veröffentlicht am ·Zuletzt geprüft am

Wunschlisten gibt es seit der Otto-Katalog-Zeit, und seit Amazon 1999 die digitale Variante eingeführt hat dominiert ein einziger Anbieter den Markt. Bequem ist das, bequem ist aber auch eine Pommes-Marktwirtschaft mit nur einer Fritten-Bude. Wer für die Familie eine Wunschliste plant, hat heute deutlich mehr Optionen als nur Amazon. Hier eine sachliche Einordnung.

Amazon-Wunschliste: bequem, aber gefärbt

Die Amazon-Wunschliste-Funktion existiert seit 1999 und ist tief in den Bestellprozess integriert. Vorteile: Ein-Klick-Hinzufügen direkt aus der Produktseite, automatische Aktualisierung wenn Preise sich ändern, Versand “für dieses Geschenk” direkt aus der Liste. Wer sowieso bei Amazon einkauft, kommt mit der Wunschliste-Funktion sehr schnell ans Ziel.

Drei strukturelle Schwächen sollte man kennen:

Lock-in. Die Liste funktioniert nur mit Amazon-Produkten. Wer ein Geschenk aus einer unabhängigen Buchhandlung oder dem lokalen Spielzeugladen will, kann es zwar manuell hinzufügen, verliert aber die Direkt-Bestell-Funktion. Eine echt shop-übergreifende Liste entsteht so nicht.

Tracking. Die Wunschliste-Einträge fließen in Amazons Personalisierungs-Modell. Die Wünsche werden zur Werbe-Datenbank: dem Wunschkind werden im Anschluss ähnliche Produkte als Empfehlungen angezeigt, sowohl auf Amazon als auch über Amazon Advertising auf anderen Websites. Wer das nicht möchte, hat keine wirkliche Opt-out-Option außer die Liste nicht zu nutzen.

Anmeldepflicht. Beide Seiten, wer die Liste erstellt und wer sie sieht, brauchen ein Amazon-Konto. Für Grosseltern die nichts mit Amazon zu tun haben wollen ist das eine Hürde.

Wunschzettel.de und Wishlisty: der Mittelweg

Wunschzettel.de existiert seit 2007 und ist explizit als shop-übergreifende Alternative zu Amazon positioniert. Wünsche können aus beliebigen Shops eingetragen werden, eine Browser-Erweiterung extrahiert Titel und Preis automatisch. Reservierungs-Funktion für Familien ist vorhanden.

Wishlisty (wishlisty.de) ist jünger, mit ähnlichem Konzept aber moderner UI.

Beide haben eines gemeinsam: sie verlangen eine Anmeldung mit E-Mail-Adresse. Die Anbieter sind kommerziell und finanzieren sich teilweise über Affiliate-Links (Provisionen wenn man über einen Wunschzettel-Link kauft). Das ist nicht per se schlecht, aber Daten und E-Mail-Adresse liegen am Ende doch wieder bei einem zentralen Dienst.

Amazon-Wunschliste Wunschzettel.de browser-lokale Liste
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<text class="row-h" x="110" y="82">nur Amazon-Shops</text>
<text class="label" x="110" y="100">Lock-in stark</text>
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<text class="row-h" x="300" y="82">shop-übergreifend</text>
<text class="label" x="300" y="100">Browser-Erweiterung</text>
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<text class="row-h" x="490" y="82">shop-übergreifend</text>
<text class="label" x="490" y="100">manuelle Einträge</text>

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<text class="row-h" x="110" y="142">Amazon-Konto Pflicht</text>
<text class="label" x="110" y="160">Tracking aktiv</text>
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<text class="row-h" x="300" y="142">E-Mail-Anmeldung</text>
<text class="label" x="300" y="160">Affiliate-Tracking</text>
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<text class="row-h" x="490" y="142">keine Anmeldung</text>
<text class="label" x="490" y="160">kein Tracking</text>

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<text class="row-h" x="110" y="205">Reservierung Amazon-intern</text>
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<text class="row-h" x="300" y="205">Reservierung serverseitig</text>
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<text class="row-h" x="490" y="205">Reservierung im Share-Link</text>
Drei Modelle für Wunschlisten. Amazon ist bequem mit Lock-in, Wunschzettel.de ist shop-übergreifend mit Anmeldung, eine browser-lokale Liste ist shop-übergreifend ohne Anmeldung.

Eigene browser-lokale Liste

Die dritte Variante, wie auf dieser Site umgesetzt, funktioniert komplett ohne Konto und ohne Server-Speicherung. Wünsche werden mit Titel, optionalem Shop-Link und Preis eingetippt, und der komplette Listen-Inhalt steckt im Share-Link, den Familien weitergeben. Das bedeutet:

Maximale Shop-Freiheit. Jeder Wunsch kann mit einer URL zu einem beliebigen Shop verknüpft werden, Zalando, Saturn, Decathlon, lokale Spielzeug-Laden, ein unabhängiger Buchhandel der online verkauft, ein Etsy-Shop für Handgemachtes. Oder ohne Shop-Link, wenn der Wunsch generischer Natur ist (“ein blauer Schal”).

Keine Anmeldung, keine Datenweitergabe. Niemand muss ein Konto erstellen, niemand braucht eine E-Mail-Adresse anzugeben. Die Liste lebt im Browser und im Share-Link.

Reservierungen offline-tauglich. Da der Reservierungs-Status im Link steckt, funktioniert das Pattern auch ohne Server-Anfrage. Wer die Wunschliste vom Smartphone aus reserviert, braucht nur Mobilfunk-Verbindung um den neuen Link weiterzuschicken.

Wartung liegt bei der Familie. Das ist gleichzeitig die Schwäche: niemand pflegt zentral Produkt-Updates oder Preis-Aenderungen. Wer einen Wunsch im Tool eingetragen hat, muss ihn selbst aktuell halten falls der verlinkte Shop das Produkt nicht mehr führt.

Wann welche Variante passt

SituationBessere Wahl
Familie kauft nur bei Amazon, Konten vorhandenAmazon-Wunschliste
Wunschkind hat Wünsche aus mehreren Shops, Anmeldung okayWunschzettel.de oder Wishlisty
Datenschutz wichtig, keine Anmeldung gewünschtbrowser-lokale Liste
Grosseltern ohne Amazon-Konto sollen scannenbrowser-lokale Liste (QR-Code)
Mehrere Kinder, koordiniertes Eltern-Dashboardbrowser-lokale Liste (Familien-Dashboard)

Worauf es wirklich ankommt

Die richtige Wunschlisten-Lösung hängt davon ab wie die Familie sowieso einkauft und wie wichtig Datenschutz und Anmeldungs-Freiheit sind. Amazon ist bequem mit Lock-in, Wunschzettel.de ist shop-übergreifend mit Anmeldung, eine browser-lokale Liste ist shop-übergreifend ohne Anmeldung, dafür mit eigener Wartung. Es gibt kein universell richtiges Modell. Es gibt nur das Modell das zur Familie passt.

Häufige Fragen

Was ist konkret das Problem bei Amazon-Wunschlisten?

Drei Punkte: erstens nur Amazon-Produkte, zweitens Tracking der Klicks und Reservierungen für Werbung, drittens Anmeldung mit Amazon-Konto erforderlich. Wer eine Mischung aus Amazon und nicht-Amazon-Wünschen hat, bekommt sie bei Amazon nicht zusammen.

Wann ist Amazon-Wunschliste trotzdem die bessere Wahl?

Wenn jemand sowieso ausschließlich bei Amazon einkauft und schon ein Amazon-Konto hat. Dann ist die Amazon-Funktion bequemer als ein zusätzliches Tool. Für Familien die bei mehreren Händlern kaufen ist die shop-übergreifende Liste praktischer.

Was ist mit Wunschzettel.de oder Wishlisty?

Wunschzettel.de und Wishlisty bieten beide shop-übergreifende Wunschlisten an. Wunschzettel.de hat eine Browser-Erweiterung die Wünsche direkt aus Shops importiert, das ist praktisch. Im Gegenzug verlangt es eine Anmeldung mit E-Mail-Adresse. Wer ohne Anmeldung und Datenweitergabe arbeiten will, ist mit einer browser-lokalen Lösung wie dieser Site besser bedient.

Funktionieren Reservierungen auch shop-übergreifend?

Ja. Die Reservierungs-Funktion hat nichts mit dem Shop zu tun, sondern nur mit dem Wunsch-Eintrag. Wer ein Buch reserviert kauft es dann da wo er will.

Wie pflegt man eine shop-übergreifende Liste in der Praxis?

Wünsche werden mit Titel und optional einem Shop-Link erfasst. Wer auf den Link klickt landet beim entsprechenden Shop. Ohne Link ist der Wunsch trotzdem da, er steht halt nur mit Titel und Notiz in der Liste, ohne Direkt-Bestell-Möglichkeit.

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